Waren in andere EU-Länder liefern: Die innergemeinschaftliche Lieferung

In unseren anderen Blogartikeln haben wir Sie darüber informiert, was aus steuerlicher Sicht zu beachten ist, wenn Sie Waren aus anderen EU-Ländern kaufen.

Heute drehen wir das Ganze mal um und klären auf, was Sie wissen müssen, wenn Sie Ware in andere EU-Staaten liefern und verrechnen, auch innergemeinschaftliche Lieferung genannt.

Wann spricht man von innergemeinschaftlicher Lieferung?

Wenn ein Handelswarenverkauf in ein anderes EU-Mitgliedlands stattfindet, dann spricht man von innergemeinschaftlicher Lieferung. Diese unterliegt dem Bestimmungslandprinzip, das heißt, dass Waren immer am jeweiligen Bestimmungsort umsatzsteuerpflichtig sind. Aus diesem Grund gilt dabei immer der im Bestimmungsland gültige Steuersatz. Grundsätzlich ist für Lieferanten eine Steuerbefreiung vorgesehen, allerdings müssen dafür einige Voraussetzungen erfüllt sein:

Voraussetzungen für die Steuerbefreiung:

  • Die Ware wird in einen anderen EU-Staat transportiert oder geliefert.
  • Der Erwerber ist Unternehmer, welcher die erworbene Ware für sein Unternehmen nutzt.
  • Die Ware ist im EU-Staat des Erwerbers steuerbar.
  • Beide Unternehmen, also Lieferant und Erwerber, besitzen eine gültige UID-Nummer.

Es muss nachweislich dokumentiert werden, dass die oben genannten Voraussetzungen erfüllt sind. Dafür brauchen Sie folgende Nachweise:

  1. Eine Kopie der Rechnung
  2. Ein handelsüblicher Beleg und Lieferschein aus dem sich der Bestimmungsort ergibt
  3. Eine Empfangsbestätigung des Abnehmers oder seines Beauftragten. Im Falle des Transports des Gegenstandes durch den Abnehmer selbst, ist dieser Transport durch eine Erklärung des Abnehmers oder seines Beauftragten, dass dieser den Gegenstand in das übrige Gemeinschaftsgebiet befördern wird, nötig.

 

Bei Betriebsprüfungen war die Beförderung ein wiederholter Diskussionspunkt, aus diesem Grund werden von der WKO Mustervorlagen zum Nachweis der Beförderungen bei innergemeinschaftlichen Lieferungen zur Verfügung gestellt.

  • Erklärung über den Empfang von Waren: Falls Sie Ihre Waren selbst mit eigenen bzw. gemieteten Fahrzeugen liefern oder diese von einem von Ihnen beauftragten Angestellten befördern, sollten Sie diese Empfangsbestätigung vom Kunden bestätigen lassen.
    Hier downloaden
  • Erklärung über die Beförderung von Waren: Falls der Kunde die Waren selbst mit eigenen oder gemieteten Fahrzeugen an den Bestimmungsort transportiert oder durch einen von ihm beauftragten Angestellten, sollten Sie dieses Muster verwenden.

Hier downloaden

 

Was ist bei der Rechnungserstellung zu beachten?

Genauso wie bei allen anderen Rechnungen müssen Sie auch bei innergemeinschaftlichen Lieferungen auf die Rechnungsmerkmale achten.

Hier die wichtigsten zwei Merkmale bei der Rechnungserstellung bei der innergemeinschaftlichen Lieferung:

  • Steuerbefreiungshinweis:

Dieser Hinweis kann beispielsweise u.a. so lauten, wenn Sie ein Lieferant sind:

„Innergemeinschaftliche Lieferung, steuerfrei gem. Art. 7 Abs. 1 UStG“
      „steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferung“

oder auf Englisch:

„taxfree intracommunity delivery“

  • UID-Angabe des Erwerbers

Dies ist deswegen so essentiell, da eine Steuerbefreiung für Lieferanten nur dann gilt, wenn der Erwerber selbst Unternehmer ist. Eine gültige UID-Nummer ist daher der Nachweis einer Unternehmereigenschaft des Erwerbers. Wenn Sie die Gültigkeit der UID-Nummer Ihres Kunden überprüfen wollen, können Sie das mithilfe des Bestätigungsverfahrens. Inwiefern das funktioniert, können Sie hier nachlesen.

Wie Sie die innergemeinschaftliche Lieferung in der Umsatzsteueranmeldung berücksichtigen:

Beispiel:

Ein österreichischer Weinhändler macht in einem Monat insgesamt 60.000€ Umsatz und davon kommen 20.000€ aus dem Verkauf an deutsche Weinhändler. Da hier die Voraussetzungen für die innergemeinschaftliche Lieferung erfüllt sind, ist der Umsatz aus dem Verkauf an die deutschen Weinhändler umsatzsteuerbefreit.

Bei der Umsatzsteuervoranmeldung ist das im Formular U30, wie folgt, anzugeben.

In der Abbildung ist zu erkennbar, dass beim Gesamtbetrag der steuerpflichtigen Lieferungen die €20.000 Umsatz aus den innergemeinschaftlichen Lieferungen automatisch abgezogen werden.

Die zusammenfassende Meldung (Kurz: ZM)

Eine zusammenfassende Meldung  ist von all denen über FinanzOnline abzugeben, die innergemeinschaftliche Lieferungen oder grenzüberschreitende Dienstleistungen tätigen. Sie gilt als Steuererklärung und muss wie die Umsatzsteuererklärung ebenfalls monatlich oder quartalweise abgegeben werden.

Wichtige Information: Kommen in einem Meldezeitraum keine innergemeinschaftlichen Lieferungen oder grenzüberschreitenden Dienstleistungen zustande, dann ist in dem Fall auch keine ZM zu übermitteln.