Steuern beim Kauf auf Amazon

Österreicher und Österreicherinnen sind leidenschaftliche Online Shopper, im Jahr 2017 nutzten insgesamt 62% die Online-Shop-Dienste. 2,1 Mrd. EUR sind online erwirtschaftet worden, gleichzeitig machte Amazons Umsatz ein Viertel davon aus. Aus diesem Grund lohnt es sich, das Amazon Modell genauer zu betrachten und auf die wichtigsten Punkte in Bezug auf Steuern einzugehen:

Steuersätze für Artikel an Kunden innerhalb der EU:

Werden auf Amazon angebotene Waren an Kunden bzw. Bestimmungsorten innerhalb der EU versandt, dann wird die Umsatzsteuer nach länderspezifischen Gesetzen und variierenden Steuersätzen berechnet. Die Höhe der Umsatzsteuer hängt dabei von mehreren unterschiedlichen Faktoren ab u.a.: Identität des Verkäufers, Beschaffenheit des Produktes und Zielort der Sendung.

In der Regel sind Preise auf Amazon in Euro und deutscher Umsatzsteuer angeführt. Der Endpreis kann somit variieren, da der Endpreis vom Landes-Umsatzsteuersatz abhängig ist. Auf der letzten Seite des Bestellformulars ist dann der Endpreis mit den richtigen Umsatzsteuersätzen zu finden.

Falls der Kunde über eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (UID-Nummer) verfügt, da er ein Unternehmen besitzt, gilt die Rechnung bei Lieferungen innerhalb der EU zwischen zwei Unternehmern (Verkäufer, Käufer) als innergemeinschaftliche Lieferung bzw. innergemeinschaftliche Erwerb ohne Umsatzsteuer.

Was dann so aussieht:

Umsatzsteuersätze in der EU:

Das Bestimmungsland und die Art des Artikels bestimmen die Umsatzsteuersätze für Artikel, die innerhalb der EU versandt werden. Hier finden Sie eine Amazon-Tabelle zu den unterschiedlichen Umsatzsteuersätzen in der EU.

Steuern bei Lieferungen ins EU-Ausland

Zwar fallen bei Lieferungen außerhalb der EU keine europäischen Umsatzsteuersätze an, allerdings können für diese Bestellungen länderspezifische Import- und Exportsteuern und Zölle fällig werden. Vom Empfänger sind alle weiteren Kosten zur Zollabfertigung und sonstige Zoll- und Importgebühren zu bezahlen. Es kommt vor, dass Amazon für bestimmte Länder im Voraus die Importgebühren einschätzt und während des Bestellvorgangs eine Vorauszahlung erhebt, welche der Transporteur im Namen des Empfängers nutzt, um die Gebühren bei den Behörden der Bestimmungslandes zu bezahlen. Auch hier befindet sich die Höhe der geschätzten Importgebühren auf der letzten Seite des Bestellformulars.

Für den Fall, dass auf der letzten Seite des Bestellformulars keine geschätzten Importgebühren angegeben werden, sind alle zusätzlichen Kosten vom Empfänger selbst zu begleichen. Ebenso hat Amazon keinen Einfluss auf die Gebühren und kann somit keine Angaben zu deren Höhe machen, da Zollbestimmungen von Land zu Land sehr verschieden sind.

Abwicklung von Lieferungen aus EU-Ländern mit Amazon-Unternehmerkonto als österreichischer Unternehmer

In Österreich ist bei Importen aus der EU grundsätzlich ein innergemeinschaftlicher (i.g.) Erwerb zu „versteuern“. Lieferungen innerhalb der EU laufen heutzutage ohne Grenzformalitäten ab, aus diesem Grund wird anstatt der Einfuhrumsatzsteuer (wie bei Lieferungen aus Drittländern) die Besteuerung des i.g. Erwerbes erhoben. Die Erwerbsteuer (Umsatzsteuer auf den Erwerb) ist von dem Unternehmen des Erwerbs zu bestimmen, welche als Vorsteuer abgezogen werden kann, sofern der Wareneinkauf über den Betrieb stattfand. Rechnung: Erwerbsteuer minus Vorsteuer = Null.

Wichtige Kriterien für den innergemeinschaftlichen Erwerb

Diese Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit ein i.g. Erwerb gegen Entgelt besteht:

  • Ware wird von einem EU-Mitgliedsstaat in den anderen geliefert
  • Erwerber ist Unternehmer, der Ware für das eigene Unternehmen erwirbt (und/oder verarbeitet, weiterliefert, im Betrieb einsetzt)
  • Erwerber ist juristische Person, die nicht Unternehmer ist
  • Lieferer ist Unternehmer, welcher gegen Entgelt liefert und nicht als Kleinunternehmer als unecht umsatzsteuerbefreit gilt

 

Der Innergemeinschaftlicher Erwerb und der Ort der „Versteuerung“

Vorausgesetzt, dass all diese Kriterien vorliegen, muss der Unternehmer an dem Ort des Mitgliedstaates, in dem sich die Ware nach der Lieferung befindet, den i.g. Erwerb versteuern.

Ausnahme:
Wenn der Erwerber eine UID-Nummer eines anderen Mitgliedstaates nutzt, dann gilt der Erwerb in diesem Mitgliedsstaats-Gebiet bewirkt, bis zu dem Zeitpunkt an dem der Erwerber belegt, dass der Erwerb im Bestimmungsland versteuert wurde.

Die Lieferschwelle

Angenommen ein Käufer ist eine Privatperson, dann ist es für den Lieferanten möglich seinen landesspezifischen Umsatzsteuerersatz anzuwenden. Dies ist bis zu dem Zeitpunkt möglich, in dem der Lieferant die Lieferschwelle nicht überschreitet (in Österreich beträgt diese wie in vielen EU-Ländern 35.000 EUR, in Deutschland 100.000 EUR).

Übersteigt der Lieferant allerdings eine Lieferschwelle, dann greift die Versandhandelsregelung, die festlegt, dass sich der Lieferort an denjenigen Ort verlagert, an dem die Sendung endet.