Importe aus Drittstaaten und die Einfuhrumsatzsteuer

Es gibt einiges zu beachten, wenn Sie Waren aus dem EU-Ausland nach Österreich einführen wollen.

Bei der Einfuhr können zum einen Zölle und zum anderen eine Einfuhrumsatzsteuer anfallen. Die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) gilt als Ausgleich der Umsatzsteuer, die in Österreich anfallen würde, aus diesem Grund wird die EUSt ebenso Eingangsabgabe genannt. Bestimmungen bezüglich der Einfuhrumsatzsteuer können im Zollkodex gefunden werden.

EORI-Nummer

Eine EORI-Nummer ist dann erforderlich, wenn Sie Tätigkeiten praktizieren, die unter die Bestimmungen des Zollrechts fallen, darunter fallen u.a. Importe sowie Exporte. Die Funktion der EORI (Economic Operators Registration and Identification) ist es, Wirtschaftsbeteiligte innerhalb der EU in ihren Beziehungen zu Zollbehörden gleichermaßen identifizieren zu können.

Falls Sie eine EORI-Nummer erhalten wollen, müssen Sie sich Online bei der österreichischen Zollverwaltung registrieren. Hier geht es zum Registrierungsverfahren.

Die Höhe der Einfuhrumsatzsteuer und ihre Berechnung

Die Höhe der Einfuhrumsatzsteuer entspricht den österreichischen Umsatzsteuersätzen, welche aus dem Normalsteuersatz in Höhe von 20% oder dem ermäßigten Umsatzsteuersätzen von 10% oder 13% bestehen. Falls Sie sich nicht sicher sind, ob Ihre eingeführten Waren einem der ermäßigten Steuersätze unterliegen, können Sie auf der Website der WKO nachsehen.

Zur Berechnung der EUSt werden folgende Werte als Bemessungsgrundlage genutzt.

Zollwert der Ware: Das ist der Wert der Ware an der Außengrenze der EU
+ Zoll
+ Frachtkosten bis zum ersten inländischen Bestimmungsort
= Bemessungsgrundlage EUSt

Entrichtung der Einfuhrumsatzsteuer

Hierfür gibt es zwei Möglichkeiten:

Unbare Entrichtung: Hierbei wird die EUSt direkt auf dem Steuerkonto des Unternehmens belastet und somit ist das Finanzamt für die Einhebung der EUSt zuständig. Auf diese Weise kann die EUSt  sofort innerhalb der Umsatzsteuervoranmeldung als Vorsteuer geltend gemacht werden. Die Unbare Entrichtung ist dementsprechend liquiditätsschonend, da keine Vorfinanzierung der EUSt nötig ist und kein Geldfluss vorhanden ist.

Allerdings müssen für die unbare Entrichtung einige Kriterien erfüllt sein:

  • Das Unternehmen ist in Österreich registriert und Sie besitzen eine EORI-Nummer.
  • Die Waren müssen für das Unternehmen importiert worden sein, da als Privatperson bei Warenimport keine Vorsteuer geltend gemacht werden kann
  •  Das Verfahren muss beim Zollamt beantragt worden sein. Zu diesem Antrag kommt es im Rahmen der Zollanmeldung, welcher obligatorisch für jede Warensendung erfolgen muss, die über die Außengrenzen der EU geliefert wird.

Die Zollanmeldung kann auf verschiedenen Wegen geschehen, mündlich, schriftlich oder aber auch auf elektronischem Weg über e-zoll.

Bare Entrichtung: Sie können beim zuständigen Zollamt entweder über das Abgabenkonto oder bar an der Amtskasse bezahlen. So oder so gehen Sie in dem Fall als Unternehmen in Vorleistungen, weil die EUSt somit in faktischem Geld beglichen wird und erst zu einem späteren Zeitpunkt im Zuge der Umsatzsteuervoranmeldung als Vorsteuer geltend gemacht werden kann.

Quellen und weiterführende Links:

Beitrag der WKO über Importe aus Nicht-Eu-Ländern

Beitrag der WKO über die Zollanmeldung

Link zum EORI-Antragsverfahren der Österreichischen Zollbehörde

Bundesministerium für Finanzen