Gedächtnis und Erinnerung: Die Vergessenskurve nach Ebbinghaus

Wusstest Du, dass man nach 20 Minuten nur noch 60 % eines aufgenommenen Textes abrufen kann? Dieser Prozentsatz kommt aus der Vergessenskurve nach Professor Dr. Ebbinghaus hervor.

So sieht die Vergessenskurve von Prof. Ebbinghaus aus

Die Vergessenskurve von Herrn Prof. Ebbinghaus zeigt, dass man nach 20 Minuten nur noch 60 % des aufgenommenen Textes abrufen kann. Nach 60 Minuten steigt die Vergessenskurve an, sodass die Abrufmenge bei 45 % liegt und nach 24 Stunden bei 34 %. Nach 6 Tagen kommt die Vergessenskurve auf 23 %. Nur 15 % der erlernten Texte bleiben konstant gespeichert.
 

Prof. Ebbinghaus hat inhaltslose Sätze auswendig gelernt, um so seine Gedächtnisleistung als Grundlage für die Vergessenskurve zu messen.
Dieser Sachverhalt wurde von ihm so lange eingeprägt, bis er ihn korrekt wiedergeben konnte.

 

Der Verlust von aufgenommenem Erlernten und somit der Verlauf der Vergessenskurve hängt von der Zusammensetzung des zu aufgenommenen Stoffes zusammen.
Daraus resultierte, dass gängige Wortzusammensetzungen besser im Gedächtnis haften, als zufällige zusammengesetzte Silben.

 

Das sahen Kritiker von Prof. Ebbinghaus anders. Diese warfen ihm vor, dass als Grundlage für die von ihm aufgestellte Vergessenskurve, nur zufällig zusammengesetzte Silben verwendet worden sind.
Nichtsdestotrotz, gilt Prof. Ebbinghaus als Pionier, der um 1885 noch unerforschten Gedächtnisforschung. Zahlreiche Forscher, wie der Göttinger Psychologie Georg Elias, bestätigten die Ergebnisse von Prof. Ebbinghaus. Auch heute noch werden die Ergebnisse von ihm als gültige Gelegenheit zugrunde gelegt.

 

Durch "Mindmapping" die Vergessenskurve verändern

Die Wiedergabefähigkeit der Gedächtnisleistung hängt von der Art der aufgenommenen Textinhalte ab. Der Verlauf der Vergessenskurve kann sich verändern, je nach Art der aufgenommenen Texte.
"Mindmapping", das von dem Kreativitätsforscher Tony Buzan erfunden wurde, ist in dem Fall sehr hilfreich. Dabei werden Notiz- und Merktechnik angewandt, welche die Sammlung und Strukturierung von Ideen erfasst. Alle Gehirnhälften werden in Form eines Wechselspieles miteinander verbunden. Kernwörter, Farben und Bilder werden für die Darstellung des Sachverhaltes verwendet, um eine visuelle Unterstützung zu erhalten. Die Vergessenskurve erhält dadurch einen ganz anderen Verlauf.
"Mindmapping" kann somit zur Vermittlung von Kernaussagen bei Verkaufspräsentationen, etc. eingesetzt werden.


Vergessenskurve durch Gedächtnistraining beeinflussen

Inhalte sind in unserem Gehirn häufig miteinander verbunden. Wir suchen nach einem Begriff und das Gehirn stellt eine Verbindung mit anderen Faktoren her. Somit können wir auf das "Gesuchte" zurückgreifen. Im Sekundentakt produziert unser Gehirn zahlreiche Verbindungen mit den entsprechenden Nervenzellen. Wir vergessen den Inhalt, wenn ungenutzte Verbindungen gleichzeitig unterbrochen werden.

Wie kannst Du verhindern, dass gespeicherte Information verloren gehen?

Durch ständiges "Üben" - Nur dann bleiben die Nervenverbindungen dauerhaft bestehen. Die Vergessenskurve wird somit durch das Verknüpfen und Üben, aus dem das Gedächtnistraining besteht, positiv beeinflusst.
Ins Langzeitgedächtnis kommen die Ergebnisse, auf die in der Zukunft zurückgegriffen werden muss.
Mit dem Gedächtnistraining sollen Vorgehensweisen entwickelt werden, die die Informationen ökonomisch in das Langzeitgedächtnis befördern und dort verankern.

Intervallgesteuerte Wiederholung von wichtigen Daten

Das ist eine dieser Methoden, die verstärkt auch im Unterricht eingesetzt wird. So arbeitet das System: Anhand der Häufigkeit der Wiederholung erkennt der Filtermechanismus die Wichtigkeit der Information und legt diese im Langzeitgedächtnis ab.
Leider findet diese Methode oftmals zu wenig Anwendung. Denn viele vergessen, übernommene Information kontinuierlich zu wiederholen. Das ist eine weitere Möglichkeit, die Vergessenskurve zu beeinflussen.

So pushst Du Dein Gedächtnis

Hier findest Du viele hilfreiche Möglichkeiten die Gedächtnisleistung positiv zu stärken:

  • Regelmäßiges Trainieren des Gedächtnis: Versuch es doch mal mit Lesen und Kopfrechnen oder Zahlenspiele wie Soduku-Tabellen und Kreuzworträtsel sind ebenfalls hilfreich.
  • Frische Luft: Sauerstoff ist die Grundlage, damit unser Denkorgan vernünftig arbeiten kann. Regelmäßiges "Lüften" ist Grundvoraussetzung für eine gute Gedächtnisleistung.
  • Um Sauerstoff längere Zeit im Gehirn zu binden, benötigt man den Blattfarbstoff Chlorophyll, der im Spinat, grüne Bohnen und Salat vorkommt.
  • Durch die Zufuhr von größeren Mengen von DHEA (Dehydroepiandrosteron), können im Gehirn die Stressaktivität reduziert und das Erinnern erleichtert werden. Diese Zufuhr kann durch den verstärkten Genuss von Kakao erreicht werden.
  • Rege die Synapsen-Aktivität des Gehirns an, nimm den Nervenbotenstoff Cholin und B-Vitamine zu Dir. Diese sind insbesondere in Nüssen enthalten.
  • Das Botenstoff Cholin (wird aus Soja gewonnen) – wir nehmen das in Form von Tofu zu uns, führt zu einer Anregung des Gehirns und einer Verbindung der Nervenstränge miteinander.
  • Vermeide Müdigkeit und Konzentrationsstörungen sowie Kopfschmerzen, indem Du Deinem Körper genügend Wasserzufuhr gibst. Mindestens 2 Liter Wasser pro Tag trinken,
  • Haferflocken sind Energiespender und enthalten umfangreiche Kohlenhydrate.

 

Hier findest Du weitere Möglichkeiten, Dein Gedächtnis zu stärken:
NeuroNation bietet mehrere Kursen und über 60 Übungen, um das Gedächtnis zu trainieren. Entwickelt in enger Zusammenarbeit mit Forschern und Professoren entwickelt und steigert die Leistung des Gehirns umfassend.

Mein Appell an Dich: Vergiss nicht, Dein Gehirn zu trainieren!